Session
Strategien für inklusive KI- und Digitalbildungsformate im Non-Profit-Sektor
11. Juni 2026
Zusammenfassung
Überblick & Zielsetzung
Im Zentrum des Gesprächs stand die Entwicklung und Optimierung von Bildungs- und Netzwerkformaten zur Förderung von Digitalisierung und KI-Kompetenzen im Non-Profit-Sektor. Ziel ist es, möglichst heterogene Zielgruppen – von Einsteiger*innen bis zu erfahrenen Tech-Akteuren – niedrigschwellig, bedarfsorientiert und nachhaltig zu erreichen sowie Synergien zwischen Organisationen zu schaffen.
Zielgruppen und Herausforderungen
- Heterogene Zielgruppe: Teilnehmende reichen von Digital-Einsteigerinnen („gerade die E-Mail entdeckt“) bis zu erfahrenen Webentwicklerinnen.
- Unterschiedliche Ressourcen: Kleine, ehrenamtlich geführte Vereine vs. hauptamtliche Strukturen mit variierenden Kapazitäten.
- Verschiedene Bedarfe und Zugänge: Unterschiedliche Zeithorizonte, Motivation und technische Vorkenntnisse erschweren die passgenaue Ansprache.
- Zitat: „Alle Leute haben so eine unterschiedliche Brille, die sie mitbringen, wieso die jetzt gerade sich mit Digitalisierung auseinandersetzen.“
Formate & Methoden
- Lernlandschaft/Ökosystem: Vielfältige, wiederkehrende Formate mit Drop-In/Drop-Out-Charakter, um flexible Teilnahme zu ermöglichen.
- Passive Formate: Webinare („berieseln lassen“), funktionieren am besten, bieten aber weniger nachhaltiges Lernen.
- Aktive Formate: Barcamps, Sprechstunden, Peer-Learning, fördern aktives Mitmachen und nachhaltigen Lernprozess.
- Qualifizierungsreihen: Halbjährige Kohorten mit 20 Teilnehmenden (Team-Leads), vier Online-Module ab Juli (nicht näher datiert), Fokus auf Praxis und kulturellen Wandel in Organisationen.
- Physische Meetups: Ergänzung zu Online-Angeboten, um persönliches Netzwerken zu fördern.
- Praxisnähe: Peer-Learning, Austausch zu aktuellen Herausforderungen, Einbindung externer Expert*innen.
- Niedrigschwellige Einstiegsformate: Regelmäßige Angebote für Einsteiger*innen, ohne Commitment-Zwang.
- Zitat: „Eigentlich finde ich ja immer besser, wenn man so ein aktives Mitmachen, also wie auch so ein Barcamp-Format, wo es keine ZuhörerInnen gibt.“
Strategien für Sichtbarkeit und Synergien
- Querverweise zwischen Angeboten: Organisationen verweisen gegenseitig auf ihre Formate, um Reichweite zu erhöhen und Kannibalisierung zu vermeiden.
- Kooperationen: Integration von Plattformen wie DigiCal.org, die Veranstaltungen im Non-Profit-Bereich aggregieren und kategorisieren.
- Synergien statt Konkurrenz: Ziel ist, Angebote zu bündeln und Redundanzen zu vermeiden, um AI-Literacy breit zu fördern.
- Zitat: „Man klaut sich jetzt nicht irgendwie gerade über den Market Share, sondern pusht sich irgendwie gegenseitig mit den Angeboten.“
Umgang mit Heterogenität und Kompetenzlevels
- Level-Einschätzung als Herausforderung: Selbst- und Fremdeinschätzung divergieren stark, insbesondere bei nicht-männlichen Teilnehmenden.
- Flexible Formate: Modularer Aufbau, Drop-In/Drop-Out, keine strikte Trennung nach Leveln, um Überforderung/Unterforderung zu vermeiden.
- Quiz zur Selbsteinschätzung: Fünf Fragen im Academy-Bereich, Zuweisung zu passenden Angeboten, motivierende Rückmeldung.
- Gemeinsame Teilnahme: Unterschiedliche Kompetenzlevel in Workshops/Strategieberatungen fördern gegenseitiges Verständnis und nachhaltiges Bonding.
- Zitat: „Wir hatten es auch mal versucht, mit so verschiedenen Leveln anzusortieren, aber das ist immer so ein bisschen schwierig.“
Sprache, Motivation & Community-Building
- Sprache als Zugang: Anpassung der Kommunikation an verschiedene Zielgruppen, Vermeidung von Fachjargon, explizite Kennzeichnung von Einsteigerangeboten.
- Motivation durch Relevanz: Praxisnahe Hooks („Arbeitsalltag erleichtern“), Aktivierung statt Angst vor Technik.
- Community-Building: Persönliche Ansprache, Peer-Learning, physische und digitale Begegnungsräume, Fokus auf nachhaltige Beziehungen.
- Zitat: „Lernen als Beziehung, das heißt, wir machen immer verschiedene Elemente, bla bla bla, und dann haben wir so Lernschleifen.“
Fördermittel & nachhaltiger Outreach
- Herausforderung bei Förderanträgen: Schwierig, Mittelgeber von der Notwendigkeit nachhaltiger Community-Arbeit und Outreach zu überzeugen.
- Begrenzte Ressourcen: Outreach zu weniger naheliegenden Gruppen erfordert mehr Personalaufwand und Flexibilität.
- Zitat: „Es wird für uns immer schwerer, Förderanträge so zu schreiben, dass wir die Beinfreiheit haben, eben auch zu den Gruppen hinzugehen, die für uns nicht total naheliegend sind.“
Tools & Plattformen
- DigiCal.org: Aggregiert Veranstaltungen zu Digitalisierung/KI im Non-Profit-Bereich, automatisierte Kategorisierung und Einbindung auf Partner-Websites.
- Podcast: Seit diesem Jahr, bewusst ohne Social Media, als Experiment für alternative Reichweite.
- Quiz zur Selbsteinschätzung: Im Academy-Bereich zur besseren Passung von Angeboten.
- Zitat: „DigiCal.org, da schreibt er halt verschiedene Websites, wo Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung, KI viel vor allen Dingen, aber auch andere Fortbildungs-Sachen im sozialen Sektor und die werden halt dann sortiert und werden halt besuchbar nach Kategorien, nach Kostenlosigkeit etc.“
Erkenntnisse & nächste Schritte
- Wichtigkeit von Synergien: Zusammenarbeit und Austausch zwischen Organisationen werden als zentral für Reichweite und Wirksamkeit gesehen.
- Bedarf an flexiblen, modularen Formaten: Um unterschiedlichen Bedürfnissen und Levels gerecht zu werden.
- Sprache und Motivation als Schlüssel: Niedrigschwellige Ansprache und positive, motivierende Kommunikation fördern Teilnahme.
- Community-Building als Kernaufgabe: Nachhaltige Beziehungen und Peer-Learning sind entscheidend für langfristigen Impact.
- Nächste Schritte: Kontaktpflege und weitere Vernetzung, konkrete nächste Veranstaltungen (z.B. am 11. Juli in Nürnberg), laufende Reflexion und Anpassung der Formate.
- Zitat: „Haben wir denn nächste Schritte?“ – „Ich habe einfach in Kontakt geblieben.“
(Fälligkeitsdaten, konkrete Zahlen zu Teilnehmenden, Fördervolumen etc. wurden nicht genannt.)